Prüfeinrichtung für Schwellentests, Fußbodenreibung und Schütteltests nach BIFMA X5.1
Prüfstand zur Dauerhaltbarkeitsprüfung von Stuhlrollen und Stuhlgestellen
Der spezialisierte Prüfstand ermöglicht die normgerechte Durchführung der Dauerhaltbarkeitsprüfung von Stuhlrollen und Stuhlgestellen (Chair Base Durability Testing) gemäß BIFMA X5.1, Abschnitt 16 und ES 1058. Dieses Prüfverfahren ist zentral für die Bewertung der Lebensdauer von Bürostühlen unter realitätsnahen Bedingungen. Es simuliert das wiederholte Rollen des Stuhls unter Last über eine definierte Strecke und Anzahl an Zyklen – ein entscheidender Test, um Materialermüdung, strukturelle Schwächen oder Rollversagen frühzeitig zu erkennen.
Prüfablauf nach BIFMA X5.1 Abschnitt 16 – Haltbarkeitstest für Rollen/Stuhlgestelle
Der Caster/Chair Base Durability Test gemäß BIFMA X5.1 Abschnitt 16 dient der Überprüfung der langfristigen Belastbarkeit von Stuhlrollen und der Stuhlunterkonstruktion (Chair Base). Ziel ist es, sicherzustellen, dass das Rollensystem auch nach intensiver Nutzung funktionstüchtig bleibt und keine strukturellen Schäden auftreten.
Der Prüfablauf umfasst folgende Schritte:
- Der vollständig montierte Stuhl wird mit einer definierten Prüflast belastet – abhängig von der vorgesehenen Gewichtsklasse (z. B. Typ I oder II gemäß BIFMA).
- Alternativ kann auch das Stuhlgestell separat geprüft werden.
- Der Stuhl oder das Stuhlgestell wird auf einer Prüfstrecke wiederholt hin- und herbewegt (z. B. über 762 mm ± 51 mm pro Zyklus).
- Die Anzahl der Zyklen beträgt 98.000 (für typische Anwendungen) bis 122.000 bei erweiterten Anforderungen.
- Die Bewegung erfolgt mit einer Geschwindigkeit von etwa 0,64 km/h (0,4 mph) auf einem standardisierten Prüfbelag, z. B. Hartboden oder Teppich.
- Die Prüflast wird während des gesamten Testverlaufs konstant aufrechterhalten.
- Nach Abschluss der Prüfung dürfen keine Risse, Brüche oder Funktionsbeeinträchtigungen an Rollen, Gestell oder Verbindungspunkten auftreten.
Der Prüfstand simuliert diesen Bewegungsablauf präzise und automatisiert. Dabei wird sichergestellt, dass sowohl Rollen als auch Untergestell den Anforderungen an Langlebigkeit und Sicherheit standhalten – ein entscheidender Aspekt im Rahmen von Produktzertifizierungen, Qualitätssicherung und Normkonformität im Büromöbelsektor.
Der Prüfstand für Schwellentests nach BIFMA X5.1 besteht aus:
- fest aufzustellende Bodenplatte 1200 mm x 900 mm mit Unterkonstruktion, Oberfläche: Sperrholz mit Edelstahl belegt
- beidseitig synchron angetriebene Lineareinheiten, welche mit einem höhenverstellbaren Querprofil verbunden sind
- 3 abnehmbare Schwellen
- Schaltschrank mit SPS-Steuerung, montiert an einer Säule
- Anschlusszubehör zur Verbindung mit Prüflingen
- auf Anforderung: Befestigungselementesatz zur Verankerung auf dem Laborfußboden
optionales Zubehör:
- 40-933-195-BG20 Mitnehmer für 4-Füßer, Freischwinger (maximales Außenmaß der Füße: 600 mm x 600 mm bei Mitnahme von der Innenseite)
Es besteht die Möglichkeit auf der Bodenplatte verschiedene Fußbodenbeläge zu befestigen um die Belastung im realen Gebrauch optimal zu simulieren. An beiden Seiten der Bodenplatte befinden sich synchron elektromotorisch angetriebene Lineareinheiten mit bis zu 762 mm Hub, was Schwellentests nach ES1058 und BIFMA X5.1 erlaubt. Durch diesen Aufbau wird eine straffe Führung des an einem Querprofil fixierten Stuhles ermöglicht und die Lasteinleitung kann verwindungsfrei sehr steif erfolgen. Dadurch werden ein Aufschwingen des Prüflings bei Last- oder Richtungswechsel sowie eine unzulässige Belastung der Führung bei Prüflingsversagen vermieden. Es können 15 Zyklen pro Minute mit fester Geschwindigkeit und Berücksichtigung der ±200 mm-Rüttelprüfung durchgeführt werden. Für die Reibungs- und Schütteltests empfehlen wir das Prüfgerät zu verankern.
Steuerung und Bedienung des Prüfstands für Schwellentests nach BIFMA X5.1
Die Steuerung basiert auf einer SPS mit Analogwertverarbeitung, welche direkt am Prüfstand montiert ist. Die Parametrierung erfolgt über ein Touch-Display, welches den Benutzer über den augenblicklichen Zustand der Anlage informiert und zur Eingabe der Sollwerte und Auswahl der Testabläufe dient.
Die Funktionalität orientiert sich an den für den Prüfstand relevanten Normen, lässt aber dem Nutzer der Anlage den Freiraum Details, wie z.B. Zyklenzeiten und Belastungsstufen zu variieren sowie individuelle Prüfabläufe zu definieren.
Die Steuerung speichert nach Testende alle für die Dokumentation der Prüfung notwendigen Daten, wie z.B. Sollzyklenzahl, erreichte Istzyklenzahl, Fehlermeldungen, und einen Nachweis über Einhaltung der maximalen Belastungswerte. Die Daten können anschließend auf einen PC geladen und dort für die Erstellung des Prüfprotokolls verwendet werden.
Suche nach Branche und Material







