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Exponate der Ausstellung

Mikroanalysenwaage

  • Mechanische Balkenwaage mit Luftdämpfung
  • Max. Auflage 200g, Genauigkeit max. 0,1mg
  • Einzelne Gewichtsringe können mittels einem Auswahlmechanismus aufgelegt werden.

Von dieser Waage sind von Fa. Walther Zschörnig und dem späteren VEB Foto- und Feinmesstechnik in Freiberg ca. 4000 Exemplare gebaut worden.

Die mechanischen Waagen sind durch elektronische Waagen nahezu verdrängt worden.


HMO

  • Transportabler, optischer Vickershärteprüfer für HV 5 und HV10.
  • Zum Prüfen wird der Prüfdiamant vor das Objektiv geschwenkt.       
  • Die Prüfkraft wird durch Federkraft und verstellen der Höhenachse aufgebracht.

Hersteller ist der damalige VEB Werkstoffprüfmaschinen Leipzig. Der HMO ist nur in wenigen Exemplaren gebaut worden.             

Dieses Gerät ist funktionsfähig. Er ist ein Geschenk des GfE Freiberg.


Hydraulischer Brinellhärteprüfer

  • max. Prüflast von 500 bis 3000 kp.
  • Die Prüflast wird mit einer Handpumpe aufgebracht.
  • Die Eindruckvermessung erfolgt separat mit einer Messlupe.

Hergestellt wurde die Maschine bei der Fa.  AB Alpha, Schweden. Diese Fa. begann bereits im Jahre 1905 in Zusammenarbeit mit Dr. J. A. Brinell mit der Produktion von Brinellpressen.Geräte dieser Art werden, in leicht modifizierter Form, auch heute noch gebaut.

Der Brinellhärteprüfer ist funktionsfähig und wiegt etwa 180 kg. Er ist ein Geschenk des GfE in Freiberg.

Baujahr: 1942


Neophot

  • umgekehrtes Auflicht- Kameramikroskop, bei dem die Schliffe mit der Deckfläche  nach unten, auf den xy- Kreuztisch gelegt werden.
  • U.a. konnte durch das Abbrennen der Kohleelektroden ein Lichtbogen mit neutralem, weißen Licht erzeugt werden.
  • Das Mikroskopbild konnte mit einer Plattenkamera aufgenommen werden.

Hersteller ist der damalige VEB Carl Zeiss Jena. Nachfolgermodelle sind zum Teil noch im Einsatz.

Dieses Gerät ist eine Schenkung der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden, LG Werkstofftechnik. Es ist teilweise funktionsfähig.

Baujahr: ca. 1955

Geschichte

Die Geschichte des Auflichtmikroskops Neophot von Carl Zeiss Jena ist eng mit der Entwicklung der industriellen Metallographie und Materialprüfung im 20. Jahrhundert verbunden.  Das Neophot war über Jahrzehnte das Standardinstrument in vielen metallurgischen Laboren weltweit.

Wichtigste Meilensteine

  • Ursprung (Vorläufer): Das Konzept geht auf die Notwendigkeit zurück, opake Proben (wie Metallschliffe) von oben (Auflicht) statt von unten (Durchlicht) zu betrachten. Auflichtmikroskope nach dem Le Chatelier-Prinzip (inverses Mikroskop, Objektiv unter dem Tisch) wurden im frühen 20. Jahrhundert von Zeiss entwickelt.
  • Die Neophot-Serie (ab ca. 1930/40/50er Jahre): Das Neophot 1  (unser Museumsgerät)  wurde als leistungsfähiges, großes Auflicht-Kameramikroskop für Metallographie und Materialwissenschaften eingeführt. Es war für Routineuntersuchungen und Fotodokumentation konzipiert.
  • Neophot 2 (1960er/70er Jahre): Dieses Modell ist besonders bekannt und weit verbreitet. Es handelt sich um ein inverses Auflicht-Kameramikroskop, das für Hellfeld-, Dunkelfeld- und polarisiertes Licht genutzt wurde. Es ermöglichte Vergrößerungen von 10x bis 2000x.
  • Neophot 21 (1970er/80er Jahre): Eine Weiterentwicklung, die oft für die Analyse von Gefügestrukturen in Metallen und anderen Materialien verwendet wurde.
  • Neophot 30/32 (1980er Jahre): Die letzten Entwicklungsstufen des VEB Carl Zeiss JENA vor der Wiedervereinigung, die oft mit verbesserten optischen Systemen (z.B. CF-Optik) und moderneren Fotoeinrichtungen ausgestattet
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Einsatzgebiet

Das Neophot wurde speziell für die Gefügeuntersuchung (Metallographie) von polierten und geätzten Metallproben genutzt.

Modernisierung

Auch heute noch werden ältere Neophot-Stative (insb. 21 und 32) teilweise modernisiert, um sie mit modernen Digitalkameras für die automatisierte Bildanalyse zu nutzen.

Zusammenfassend ist das Neophot ein ikonisches Produkt des Jenaer Optikbaus, das den Übergang von der manuellen Fotografie zur modernen digitalen Mikroskopie in der Metallographie miterlebt hat. Es wurden Tausende Geräte für den RGW und das westliche Ausland gebaut und geliefert.


Druckkraftmesser (DKM) oder Kraftmessbügel

  • Maximalkraft 30 Mp.
  • Messgerät zur Messung von einachsigen, statischen Druckkräften.
  • Durch die elastische Verformung eines Druckkörpers wird ein Zeigerausschlag an der Messuhr bewirkt.
  • Die Skala der Messuhr ist in der entsprechenden Kraft geeicht.
  • Mit ihm kann man beispielsweise die Bruchkraftsicherung an Pressen einstellen.

Diese Art der Kraftmessung ist z. T. noch gebräuchlich. Das Gerät wurde im damaligen PGH Kraftmessgeräte Halle hergestellt.

Es ist funktionsfähig.

Baujahr: ca. 1970


Penetrascope Härteprüfer

  • transportabler Härteprüfer für Vickersprüfungen bis HV 50.
  • Der Probekörper wird in der Spannzange geklemmt. Mit dem eingedrehten Prüfdiamanten wird durch Drehen des Handrades die Prüfkraft aufgebracht.
  • Das Aufbringen der Prüfkraft wird auf der Skala verfolgt.
  • Anschließend wird das Objektiv wird eingedreht und der Eindruck wird im Okular optisch vermessen.

Hersteller ist die Fa. Penetrascope LTD, England

Das Gerät ist ist einsatzfähig. Es ist ein Geschenk von Herrn M. Biehl.

Baujahr: ca. 1960


Shorehärteprüfer

  • Transportables Härteprüfgerät für gummiartige, elastische Werkstoffe in Shore A.
  • Der Härteprüfer wird auf den ausreichend dicken Probekörper aufgelegt.
  • Nach einer vorgegebenen Haltezeit wird der Härtewert direkt an der Skala der Messuhr abgelesen.

Hergestellt wurde das Gerät vom damaligen VEB Werkstoffprüfmaschinen Leipzig.

Das Gerät ist einsatzfähig.

Baujahr: 1957


Papierdickenmessgerät

  • Ein Messtaster mit einer vorgegebenen Fläche (10cm²) drückt mit einer vorgegebenen Prüfkraft 500p) auf den Prüfling (Papier o. ä.).
  • Die Dicke wird direkt an der Messuhr abgelesen.

Hergestellt wurde das Gerät vom damaligen VEB Werkstoffprüfmaschinen Leipzig.

Das Gerät ist einsatzfähig.

Baujahr: 1961


Schlaghärteprüfer für Brinellprüfungen "Poldihammer"

  • Härteprüfung an großen Werkstücken, wie Gussteilen. 
  • Ein Vergleichsstab wird zwischen Prüfkugel und Schlagbolzen eingeschoben.
  • Der Härteprüfer wird auf den vorbereiteten Prüfling aufgesetzt und mit einem mittelschweren Hammer schlägt man auf den Kopf des Härteprüfers.
  • Es entstehen auf dem Vergleichsstab und auf dem Werkstück Eindrücke, welche vermessen werden.
  • In der zugehörigen Bedienanleitung sind entsprechende Tabellen, in denen die Härtewerte abgelesen werden können.

Es ist ein sehr einfaches Gerät, welches oft eingesetzt wurde. Es wird auch heute noch produziert.

Hergestellt wurde das Gerät vom damaligen VEB Werkzeugfabrik Königsee in Thüringen.

Baujahr: 1965


Rockwellhärteprüfer Wolpert HT 1

  • Frühform der klassischen mechanischen Rockwellhärteprüfer mit Gewichtsbelastung, Hebelübersetzung und Ölbremse.
  • Am Drehteller wird der Prüftisch mit dem Prüfling nach oben gegen den Eindringkörper bewegt.
  • Die Messuhr dreht sich.
  • Wenn der kleine Zeiger in der roten Markierung steht, ist die Vorlast erreicht.
  • Mit dem Auslösehebel wird die Zusatzkraft aufgebracht.
  • Nach der Wegnahme der Zusatzkraft kann der Rockwellwert an der Messuhr abgelesen werden.

Hergestellt wurde das Gerät von den Otto Wolpert-Werken in Ludwigshafen.

Das Gerät ist eine Schenkung der Fa. A. Weigel Chemnitz. Es ist funktionsfähig.

Baujahr: 1947


Garnprüfgerät

  • exakte Bezeichnung: Feinfaserfestigkeitsprüfgerät F01 c
  • Die Kraftaufbringung durch den Arbeitszylinder wird mit dem Wasserdruck aus der normalen Hauswasserleitung erzeugt.
  • Die Messung der Zugkräfte erfolgt mit der selbsttätigen Pendelwaage.
  • Die Dehnmessung erfolgt im Messmikroskop.
  • Auf Diagrammpapier wird die Kraft- Dehnungsschaulinie aufgezeichnet.

Hergestellt wurde das Gerät von der ehemaligen Fa. Schopper in Leipzig.

Baujahr: 1937


Skleroskop

  • Arbeitet nach Verfahren SHORE und gehört zu den dynamischen Härteprüfern.
  • Ein Fallhammer mit abgerundeter Diamantspitze und 20 g Masse fällt aus 112 mm Höhe auf die Probe.
  • Die Rücksprunghöhe wird auf einer in 130 Einheiten eingeteilten Skala gemessen
  • Als Eichnormal wird unlegierter, eutektoidischer, gehärteter Stahl genannt und mit dem Wert 100 belegt.
  • Das Verfahren wird vor allem im Maschinenbau und bei Anwendungen, wo kleine Eindrücke erwünscht sind, eingesetzt.

Mykator

  • Ein Torsionsbandfeinzeiger mit 1µm Skalenteil und +/- 50µm Messbereich.
  • Bei der Streckung eines Torsionsbandes wird ein an ihm befestigter Zeiger in Drehung versetzt.
  • Bei Innenmessungen wird die Bewegung des Messbolzens um 90° abgelenkt.

Tastograph

  • Registriert Schwingungen, Erschütterungen und Bewegungsvorgänge aller Art.
  • Amplitude, Frequenz und Schwingungsform werden auf einem Papierstreifen aufgezeichnet.
  • Anwendungsgebiet sind fast alle Bereiche der Technik. So z. B. zum Abtasten von Kraft- und Arbeitsmaschinen, Fahrzeugen, Fundamenten, Federungen usw.

Hersteller ist die Metallwerker KG Meerane (Sachsen)


Passimeter

  • Innenmessgerät mit Torsionsbandfeinzeiger.
  • Nach dem Einschrauben des entsprechenden Tasters und Messkopfes wird der Feinzeiger in den passenden Einstellring eingeschoben und genullt.
  • Die Toleranzmarken werden eingestellt.
  • Man kann so sehr leicht und schnell überprüfen, ob in der Serienfertigung Toleranzgrenzen von Innenmaßen eingehalten worden sind.
  • Die Passimeter gibt es in fünf unterschiedlichen Größen.

Hergestellt wurde das Gerät vom damaligen VEB Carl Zeiss Jena.


Messmikroskop

  • Zum Vermessen von komplizierteren Werkstücken, z. B. Wellen, Zahnrädern und dergleichen.
  • Auf einem verstellbaren XY-Kreuztisch wird das zu prüfende Werkstück fixiert.
  • Das Werkstück wird mit dem Messmikroskop vermessen.
  • Das Mikroskop lässt sich in der Höhe verstellen und auch kippen.
  • Der Kreuztisch ist drehbar. Auf ihm lassen sich verschiedene Vorrichtungen adaptieren.

Hergestellt wurde das Gerät vom damaligen VEB Carl Zeiss Jena.


Wolpert M-Tester

  • Mikro- bzw. Kleinlasthärteprüfgerät für Vickershärte (HV0,1 bis HV3) bei dem die Lastaufbringung auf die Probe von unten erfolgt.
  • Sie wird mit der zu prüfenden Fläche nach unten auf den Prüftisch gelegt und mit dem Niederhalter verspannt.
  • Über an einer Wippe hängende Lastscheiben wird die Prüfkraft aufgebracht. Die Eindruckvermessung geschieht mit eingeschwenktem Mikroskop am Okular.
  • Alternativ kann das projizierte Eindruck- Bild mit einer Plattenkamera aufgenommen werden.

Diese etwas eigenwillige Konstruktion hat sich jedoch nicht durchgesetzt. Hersteller waren die ehem. Otto Wolpert-Werke GmbH in Friedrichshafen a. RH.

Das Gerät ist eine Schenkung der Staatlichen Ingenieurschule Lemgo. Es ist funktionsfähig.

Baujahr: 1966


Rauhigkeitsvergleichskörper

Die Rauhigkeitsvergleichskörper stammen ursprünglich aus der Junkers-Lehrlingsausbildung in Dessau. Die sowjetische Luftfahrtindustrie führte diese Vergleichsstücke mit russischen Bezeichnungen 1945 in ihre Industrie ein.

Beim Aufbau der DDR-Luftfahrtindustrie in den fünfziger Jahren wurden diese Lehrstücke aus der Sowjetunion an das Triebwerkentwicklungswerk Pirna geliefert.


Spiegel-Feindehnungsmessgerät nach Martens

  • Das Spiegel-Feindehnungsmessgerät nach Martens ist ein historisches, hochpräzises mechanisches Messgerät zur Bestimmung geringer Längenänderungen (Dehnungen) bei Materialprüfungen.
  • Es funktioniert, indem der Verformungskörper einen Spiegel über Hebel bewegt, wobei ein Lichtzeiger den Messwert anzeigt.
  • Der Verformungskörper ist mit einer Schneide verbunden, die einen Spiegel kippt. Ein Lichtstrahl (Lichtzeiger) wird auf diesen Spiegel gerichtet, und die Ablenkung des reflektierten Strahls auf einer Skala ist proportional zur Dehnung des Werkstücks.
  • Es wurde zur präzisen Ermittlung der Dehnung in Zugversuchen eingesetzt.
  • Mit dem Fernrohr wird die Ablenkung des reflektierten Strahls auf der Skala aus der Entfernung beobachtet

Solche Geräte wurden beispielsweise in den 1960er Jahren vom VEB Carl Zeiss Jena gebaut. Aufgrund des hohen manuellen Aufwands und der Entwicklung elektronischer Sensoren (Dehnungsmessstreifen) gilt es als veraltete Methode.


Pyrometer

  • Strahlungsthermometer zur berührungslosen Temperaturmessung im Temperaturbereich 700 °C bis 1400 °C und 1200 °C bis 2000 °C

Hergestellt wurde das Gerät vom damaligen VEB Kombinat Medizin-, Labor- und Wägetechnik Prüfgerätewerk Medingen, mit Sitz in Freital.


Transportables, federbelastetes Ernst-Härteprüfgerät mit Quecksilberskala

  • rein mechanisches Härteprüfgerät
  • federbelastet
  • arbeitet nach dem Rockwell-Prinzip
  • relativ geringe Prüfkräfte (Vorlast 1,2N; Gesamtkraft 49,03N)
  • mit speziellem Eindringkörper (Diamantkegelstumpf)
  • Messwertanzeige an einer Quecksilberskala
  • Unterschiedliche Skalenscheiben für die jeweiligen Härteverfahren
  • Arbeiten in einem kleinen Stativ ist möglich
  • Ist ein Vorgänger des Ernst-Computest
  • arbeitet nach einem Ernst-Patent

Die Messwertanzeige mit Quecksilberskala hat sich in der Praxis jedoch nicht bewährt.

 
 

Sichere Prüfresultate:

Zertifizierungen